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Kreis 1
Kreis 2
Kreis 3
Kreis 4
Der Steintanz von Boitin ist die größte bekannte Anlage dieser Art in Norddeutschland. Er besteht eigentlich aus vier Steinkreisen unterschiedlicher Größe; drei von ihnen liegen dicht beieinander (Kreis 1 bis 3, siehe Übersichtsplan), ein vierter (Kreis 4) etwa 50 Meter entfernt hinter einem tiefen Entwässerungsgraben. Ihr Alter ist umstritten, wahrscheinlich stammen sie aber aus der Bronzezeit.
Der Sage nach handelt es sich bei den Steinen um eine Hochzeitsgesellschaft, die als Strafe für einen Frevel in Steine verwandelt wurde (siehe Die Sage vom Boitiner Steintanz). Elemente dieser Vorstellungen tauchen immer wieder in Verbindung mit Steinkreisen auf, so z.B. bei den Kreisen von Stanton Drew in Südengland, die ebenfalls eine versteinerte Hochzeitsgesellschaft darstellen sollen, die die heilige Sonntagsruhe störte. Wiederkehrende Motive wie Fruchtbarkeit und Tanz und die Übertretung bestimmter (christlicher) Gebote mit anschließender Bestrafung lassen zumindest den Schluss zu, dass es sich hier weniger um oberirdische Grabmarkierungen als vielmehr um zentrale Kultplätze vorchristlicher Kulturen handelt. Der Förster berichtet, hier sei heutzutage wieder "viel los, Sekten und so, besonders zu Sonnenwendfeiern etc."