An dieser Serie arbeite ich zur Zeit. Weitere Motive werden folgen.

Es ist etwas problematisch, diese Bilder im Internet zu präsentieren. Am Bildschirm kann man keinen richtigen Eindruck von der Brillanz großformatiger Aufnahmen (alle auf 4x5" Diamaterial) vermitteln. Ich habe mich für die Großformat-Technik entschieden, weil sie neben der problemlosen Vergrößerung der Bilder weit über Plakatgröße hinaus vor allem die Verlagerung der Schärfenebene im Bild und die Vermeidung ungewollter "Verzerrungen" wie stürzender Linien ermöglicht.

Es ist nicht überliefert, was die Erbauer der Hügelgräber bewegt hat, ausgerechnet ihren Toten so arbeitsintensive Denkmäler zu setzen. Bekannt ist aber, dass viele Stätten durch die Jahrhunderte immer wieder aufgesucht worden sind, zum Teil bis in die heutige Zeit. Um manche ranken sich Legenden, in denen sich alte Fruchtbarkeitskulte spiegeln. Viele wurden während der Christianisierung mit Kirchen überbaut und dienen so bis heute als religiöse Kultplätze.

Mein Arbeitstitel "Wie Inseln in der Zeit" deutet an, was mich an diesen alten Grabhügeln fasziniert: Durch ihre genial einfache Form der Alltagsnutzung entzogen, erfüllen sie nach 4000 Jahren immer noch ihren Zweck. Immer noch ziehen sie die Aufmerksamkeit auf die Gräber unserer Vorfahren, immer noch sind sie geschützte, ruhige Räume, die auch vielen Pflanzen und Tieren Schutz bieten.

Durch ihre häufig exponierte Lage geben sie Orientierungshilfen und strukturieren die Landschaft. Wie weit diese Struktur gewollt und geplant ist, vermag ich noch nicht zu beurteilen. Falls jemand an dieser Frage arbeitet: Bitte setzen Sie sich mit mir in Verbindung.

Durch den häufigen, neuzeitlichen Baumbewuchs verstärkt, ziehen diese Hügel den Blick aus der Horizontalen nach oben in die Vertikale. Indem sie so die Erde mit dem Himmel zu verbinden suchen, fügen sie der Landschaft eine "neue" Dimension hinzu.

Vielleicht liegt hier der Schlüssel zu ihrem Verständnis: als heilige Orte, an denen sich die Erde mit dem Himmel verbindet, die Vergangenheit mit der Gegenwart, der Tod mit dem Leben. Orte, die uns symbolisch einen Schritt hinaustreten lassen aus dem festen Gefüge von Raum und Zeit, die Schnittstellen sein können zu anderen, unsichtbaren Welten.